Dinslakens Bands in den Siebzigern

Auf dieser Seite findet man neben den Informationen zu  den Dinslakener Bands "Rollsplitt" und "Prohibition Bourbon Band" noch weitere Infos zur "Rustlin' Gras Band", "Cozy Corner Band""Jessica""Voice Band", sowie  zu "Sweet Noise". Noch mehr DIN - Bands auf der Seite "DIN"

"Nix Wie Hin"

Es war wohl im Sommer 1977, da hab ich mal für eine Woche bei einem Discounter im alten Dinslakener Gewerbegebiet gearbeitet, so eine Art Ferienjob, „Nix Wie Hin" hieß der Laden glaube ich. Der stand kurz vor der Eröffnung, es gab also einiges zu transportieren und einzuräumen. Ich war dort zu jener Zeit auch nicht der einzige „Jobber" und so kam es, dass ich dort auch 2 Jungs [Jörg Springer (Schlagzeug) und Klaus Potz (Querflöte)] von der Dinslakener Band „Rollsplitt" kennenlernte. Bei dieser Begebenheit erfuhr ich, dass deren Gitarrist („Siggi" Nix) aus beruflichen Gründen fern von Dinslaken weilte und für eine gewisse Zeit nicht mehr zu den Proben erscheinen konnte. So kam es, dass ich mal bei einer Probe vorspielen durfte, und nachdem dann auch die weiteren Bandmitglieder ( Paul Jacobs am Keyboard und Dietmar Rauch am Bass) ihr o.k. gegeben hatten, fortan erst mal den eigentlichen Gitarristen der Band ersetzte.

Rollsplitt-Klassiker: Das Arabische

Auch dort konnte ich mich mit eigenen Ideen in die Band einbringen, vor allen Dingen fand ich es aber toll, nun auch mal selbst bei dem Paul Jakobs-Song und Rollsplitt - Klassiker „Das Arabische" mitspielen zu können. Ein Stück, das mich schon früher, als Zuhörer bei einem damals schon länger zurückliegendem Auftritt der Band, fasziniert hatte. So wusste ich auch schon vorab um die Qualität der Band. Stilistisch konnte man die Band wohl, nach heutigen Maßstäben, in die Sparte Prog-Rock einordnen. Cool kam bei ihnen auch die Sache mit dem Rollsplitt Verkehrs/Hinweis-Schild rüber, dass sie bei Auftritten immer auf der Bühne platzierten. Das hatte man wohl mal „irgendwo gefunden". Aus den Erzählungen meiner damaligen Bandkollegen ergab sich sowieso eine recht bewegte Bandvergangenheit, der Gig auf einem Rheindampfer sei hier nur am Rande erwähnt.

Mit dem VW-Bus zum Open Air

 Loreley Open - Air 17.06.1978

Jefferson Starship, Brand X, Leo Kottke

Ein Teil der Rollsplitt-Band war per VW-Bus auch dort zugegen. , als  das Festival  immer mehr  außer Kontrolle geriet und in einem Fiasko endete. Die Bands "Brand X "und "Leo Kottke" hatten ihre Auftritte noch über die Bühne gebracht, doch danach war Schluß.  Die  Stimmung auf dem Festivalgelände schlug plötzlich um und ein Teil der Festivalbesucher begann auf der Bühne zu randalieren. Sie zertrümmerten die Lautsprecheranlage, montierten das Bühnenzeltdach ab und steckten alles in Brand. Die Leute fühlten sich „betrogen", und schlugen  alles kurz und klein was ihnen zwischen die Finger kam.  Wie schon erwähnt, ein paar von den Rollsplitt - Jungs waren damals auch da und versuchten, wenn auch im eigenen Interesse, noch zu retten was noch zu retten war.  Paul Jakobs hielt damals schon fast seinen Traumsynthesizer (ich glaube es war ein Oberheim) in seinen Händen, als ein Randalierer ihm das Teil mit einem Stahlrohr in zwei Hälften schlug. Das war dann fast schon traurig. 

In unserem VW-Bus (der voll war mit Cola-Dosen, die man verkaufen wollte auf dem Festival und die ganz schnell aus dem Bus gekippt wurden um Platz für das Equipment zu kriegen) wurde alles verstaut.  Die einen fingen die Geräte auf, die von der Bühre runtergeschmissen wurden, die anderen verstauten sie im Bus. Nur an die Gitarren kam man nicht ran: Ein Roadie von Jefferson Starship verteidigte diese mit Hilfe einer Eisenstange….. Deswegen hatte auch PBB die fetteste PA-Anlage: Crown Endstufen, Boxen,  Clark Technics Effekte (wusste keiner so recht zu bedienen, stand zwar im Proberaum aber konnte keiner was mit anfangen). 

 

Da war noch das Festival 77 in Scheeßel, bei dem die Bühne abgebrannt ist 

Hier dazu auch noch  ein kleiner Beitrag von Manni Neuhäuser:   Der Veranstalter hatte schon Karten für das Festival verkauft, als noch gar nicht alle Bands gebucht waren, teilweise sagten die auch wieder ab und spätestens als das Gerücht aufkam, es wäre kein Geld mehr da um die Bands zu bezahlen, nahm das Verhängnis seinen Lauf. Es gab keine Bands mehr, die hätten auftreten können. Statt der angekündigten 21 Bands kamen nur fünf. Aufgebrachte Besucher, die sich vom Veranstalter betrogen fühlten, zündeten daraufhin die Bühne an. In Scheessel war ich damals mit Paul Jost. Hier wurden die Container in denen Bierdosen lagerten "aufgemacht". Soviel wir konnten haben wir uns als"Entschädigung" mittels unserer Schlafsäcke als Transportmittel, in meinen Bully geschafft. Wochenlang gab es dann Dosenbier im Stadtpark.

Das letzte Jahr - 1978

So waren wir mit Rollsplitt für kommende Aufgaben eigentlich gut (aus)gerüstet, im „anderen Leben" wurde die Band aber schnell von der Realität eingeholt. Die Schulzeit war mittlerweile schon Vergangenheit und berufliche Belange wurden in dieser Zeit immer wichtiger. 1978 waren die Tage der Dinslakener Band „Rollsplitt „ also gezählt, die ihre „Heydays" eh schon in den frühen siebziger Jahren gehabt hatte. So war ich dort definitiv zu spät, ich hätte unsere musikalische Entwicklung damals gerne fortgesetzt aber die Umstände für ein produktives Weitermachen waren einfach nicht mehr gegeben. Schade, denn selbst als „Siggi" (der eigentliche Gitarrist) wieder zur Band stieß, war das damals für uns kein Problem und es sollte dann halt mit 2 Gitarren weitergehen. Doch schon bald sollte „Josh" (Jörg Springer) in der Dinslakener Altstadt das Ulcus eröffnen und hatte dann in der Folge kaum noch Zeit für die Musik und als dann auch noch der eigentliche Kopf der Band „Paul Jacobs" beruflichen Belangen Priorität einräumen musste, war das Kapitel Rollsplitt endgültig beendet.                             







Prohibition Bourbon Band

Die "Prohibition Bourbon Band" hatte sich einst um den Dinslakener Gitarristen Lutz Sander zusammengefunden und teilte sich in den späten Siebzigern mit der Dinslakener Classic-Rock Band „Rollsplitt" irgendwo in den Kellergewölben einer alten Schule in Lohberg den Proberaum. Da ich um 1977 selbst mal die Gelegenheit hatte bei Rollsplitt mitzuwirken, lernte ich dort dann auch die Jungs von der „Bourbon Band" kennen.  In meiner Erinnerung klingt noch ein bluesiger Rock´n Roll Sound, stets mit einem gewissen „drive" vorgetragen, sichtlich hatte die Band damals Spaß am „musizieren" und konnte den auch auf ihr Publikum übertragen. Geprägt wurde der Sound durch das Spiel der  Gitarristen, einmal wie erwähnt Lutz Sanders, Jochen Weigel und Klaus Bednarz an der akustischen Gitarre. So war die Prohibition Bourbon Band eine typisch Gitarren-Rock Band , ergänzt durch Bass (?) und Schlagzeug (Thomas Lohmann). Rhythmisch verfeinert wurde das Ganze noch durch einen Conga-Spieler (Klaus Giezek). Als Sänger agierte Helmut Püschel (auch Harmonika), Später kam auch noch ein Keyboarder hinzu und im Wandel der Zeit machte man ab 1981 als "Cozy Corner Band" weiter. (HT)                                                                                                       

Prohibition Bourbon Band                                von Klaus Bednarz

In der Anfangszeit probte die Prohibition Bourbon Band in/ bzw. vor einem alten Bauwagen, der bei Bauer Benninghoff in Bruckhausen stand. Regelmäßig fanden hier am Wochenende Feten, bei denen auch schon mal Musik gemacht wurde, statt. Aus den Fetenbesuchern wurden beinharte Fans, der Trumpf der Gruppe. Den ersten Auftritt hatte die PBB auf der Westmark, auf der die Berufsschulen des Kreises Wesel einen Tagesausflug von Duisburg Ruhrort nach Zons machten. Zahlreiche Leute aus dem Dunstkreis der Gruppe (PBB hatte sehr viele Freunde...) waren auch dabei, so auch ich. Von Anfang an waren Lutz Sander (Gitarre), Helmut Püschel (Gesang, Harmonika), Jochen Weigel (Gitarre) und Thomas Lohmann ((Schlagzeug) mit von der Partie. An den Bassisten kann ich mich leider nicht erinnern. Geprobt wurde zu diesem Zeitpunkt noch in einer stillgelegten Schule in Götterswickerhamm.

 

Nach dem Auftritt verstärkte sich die Band mit Klaus Giezek (Perc.) und meiner Wenigkeit, Klaus Bednarz (Ak. Gitarre). Der Musikstil wechselte vom eher bluesigen zum Westcoast-Sound á la Allman Brothers und Co. Der zweite Auftritt fand bei einem Pfarrfest in Hiesfeld statt. Helmut Püschel eröffnete den Auftritt mit einer Anspielung auf CSN & Yong: "Das ist unser zweiter Auftritt, wir scheißen uns vor Angst in die Hosen!". Dann wechselte der Probeort vom Gemeindehaus in Oberlohberg zu einem Keller der Glück Auf - Hauptschule  in Lohberg. Ich kann mich an Auftritte bei den DIN-Tage (einer vor der Stadthalle, einer auf einem LKW-Anhänger auf dem Altmarkt), auf dem Lohberger Marktplatz und einer Walsumer Discothek erinnern. Dazu kam noch ein Auftritt beim "1. Dinslakener Amateur Musik Festival."                                                                                      

PBB Live!

 von Thomas Lohmann

Wir spielten zb. als Vorgruppe v. Guru Guru, bei div. Juso Veranstaltungen, dem Rockfestival in der Niederrheinhalle Wesel, div. Stadtteilfesten, der Hifi Messe in Düsseldorf, bei Haus Rath in Krefeld oder auch im Rahmen der Dinslakener Rocknächte. (die wir übrigens zus. mit der Voice Band aus Walsum und dem ehemaligen Pächter der Stadthalle Julius Dölken aus der Taufe gehoben haben.) Unterstützt wurden wir bei unseren Auftritten und beim Biertrinken oft von Musikern befreundeter Bands. zb.  Ernst Galla & Herbert Heiderich, von den Dinslakener Urgesteinen Zelle o. Hebschen vom Haus Rath in Krefeld.


Cozy Corner Band

von Edgar Hellwig

Aus der PROHIBITION BOURBON BAND wurde ca. 1981: Cozy Corner Band.

Besetzung: Joachim Just - Gitarre,  Ede Zaksek - Gitarre, Bass - Herbert Heydrich,  Keyboards - Jörg Bäumken, Drums - Thomas Lohmann,  Mixer - Paul Bennighoff.  Waren ungefähr 3/4 bis 1 Jahr aktiv, div.  Auftritte in DIN und DU.